18. Juni 2021

Gegnervorschau: #KOEWOB

Der 10. Spieltag steht bevor und für die Wölfe geht es nach Köln zum „Effzeh“. Nach dem fulminanten 5:3-Heimsieg über Werder Bremen bietet sich für den VfL die Gelegenheit, die Serie von drei Siegen am Stück weiter auszubauen. Doch seit mittlerweile neun Jahren wartet man inzwischen auf einen Auswärtssieg bei den Kölnern (Spiele seit dem letzten Sieg: 5; 0 S, 2 U, 3 N). Besonders der letzte Auftritt im Januar 2020 dürfte einigen VfL-Fans noch negativ in Erinnerung geblieben sein: mit 1:3 (0:2) verlor man zum Rückrundenauftakt eher überraschend gegen vor allem durch individuelle Fehler zum Tore schießen eingeladene Kölner. Es wird also Zeit, mal wieder einen Auswärtssieg in der Domstadt einzufahren. Mit wem es die Wölfe am Samstag zu tun bekommen, wollen wir in unserer Gegnervorschau kurz näher beleuchten.

Der Saisonstart & die Form

Den ersten Saisonsieg feierten die Kölner am vergangenen Samstag völlig überraschend gegen müde wirkende Dortmunder. Am Ende setzte sich die Mannschaft von Trainer Markus Gisdol mit 2:1 (1:0) im Signal-Iduna-Park durch und durchbrach somit ein seit 18 Spielen anhaltende Durststrecke ohne eigenen Sieg. Gerade noch rechtzeitig, zumindest wenn man den Medien Glauben schenkt, in denen Gisdol bereits als nächster Wackelkandidat für einen Trainerwechsel ausgerufen wurde. 
Denkbar ungünstig mit drei Niederlagen am Stück sind die Domstädter in die neue Bundesliga-Saison gestartet: Heimniederlagen gegen Hoffenheim und Mönchengladbach sind sicherlich in einem potentiellen Saisonverlauf mit eingepreist, wesentlich schwerer wog dagegen die 0:1-Niederlage am zweiten Spieltag gegen Aufsteiger Bielefeld. In den nächsten vier Spielen stabilisierte man sich und holte immerhin mit drei Unentschieden gegen Frankfurt, Bremen und Stuttgart die ersten Punkte, dennoch wartete man weiterhin auf den ersten Dreier. Die 1:2-Heimniederlage gegen die Bayern bestätigte einen erkennbaren Aufwärtstrend der Mannschaft. 
Gestoppt oder zumindest unterbrochen wurde dieser von einem 1:2 im heimischen Stadion gegen Union Berlin. Die fehlende offensive Durchschlagskraft wurde in diesem Spiel deutlich sichtbar und hielt die Kölner weiterhin am unteren Tabellenrand. Und nun der jüngste Überraschungserfolg gegen den BVB. Nüchtern betrachtet bedeutete dieser Auswärtssieg die viel zu spät eingefahrenen ersten drei Punkte in der neuen Saison. Doch aufgrund punktemäßig ähnlich schwacher Konkurrenz wie Schalke, Bielefeld oder Mainz, konnte man sich zunächst einmal Luft im Abstiegskampf verschaffen. Der FC zeigte somit auch, dass man an guten Tagen auch die Großen ärgern und vor allem defensiv einiges an Beton anrühren kann. Auch gegen den VfL sicherlich eine Option, um aus einer gesicherten Defensive heraus den Schwung aus dem Dortmund-Spiel in die nächsten drei Punkte umzumünzen. 

Der Kader

Der Kölner Kader ist eine wirklich bunte Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern. Man könnte sich in letzter Zeit die Dienste einiger interessanter Spieler sichern und diesen die Aussicht auf genügend Spielzeit gewähren. Besonders hervorheben muss man aus der derzeitigen Mannschaft sicherlich das Eigengewächs Ismail Jakobs. Der 21-Jährige ist bereits seit 2012 im Verein und machte durch ansprechende Leistungen zuletzt vermehrt auf sich aufmerksam. Temporeich, zielstrebig, noch mit Defiziten im Zweikampftiming, dürfte der ehemals für den BC Bliesheim aktive Jakobs dem FC noch einige freudige Momente bescheren. 
Im Angriff ist man auf dem Papier ebenfalls gut besetzt. Mit Anthony Modeste und Sebastian Andersson weiß man zwei echte Kanten in den eigenen Reihen, die nicht besonders viele Gelegenheiten für einen Treffer benötigen. Dennoch sind beide auch von verwertbaren Zuspielen der eigenen Mitspieler abhängig und hängen daher gern auch mal nahezu komplette 90 Minuten in der Luft. Hier liegt auch das derzeit größte Problem im Kölner Spiel: mit Duda und auch dem VfL-Eigengewächs und Leihgabe Rexhbecaj hat man durchaus spielstarke Spieler in den eigenen Reihen, lediglich die spielerische Umsetzung auf dem Rasen besonders in der Vorwärtsbewegungen lässt noch Luft nach oben. Sinnbildlich hierfür die beiden Treffer gegen den BVB: zwei nahezu identische Standardsituationen müssen für drei Punkte genügen. Hier muss sich etwas tun, will man in dieser Saison mit dem Abstieg so wenig wie möglich zu tun haben.  

Die Prognose

Köln ist für den VfL häufig eine Wundertüte – so auch diesmal. Es wird spannend zu beobachten sein, inwieweit der erste Saisonsieg die Kölner am Samstag noch beflügeln kann und ob die ansprechende defensive Leistung aus dem Dortmund-Spiel nur eine Eintagsfliege war oder Resultat eines Aufwärtstrends ist. Als VfL Wolfsburg muss man sich selbstverständlich nicht vor einem 1. FC Köln verstecken, zu gut waren die letzten eigenen Spiele. Dennoch scheint der Auswärtssieg der Kölner in Dortmund auch ein Fingerzeig genau zur rechten Zeit für den VfL zu sein, nämlich diesen Gegner zu keiner Zeit zu unterschätzen. Mit einer ähnlichen defensiven Grundordnung können die Geißböcke es auch dem VfL schwer machen die drei Punkte aus der Domstadt zu entführen, doch ob erneut zwei Standards ausreichen um zwei Treffer zu erzielen, bleibt fraglich. In jedem Fall wird es erneut ein spannendes Aufeinandertreffen.   

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