18. Juni 2021

Gegnervorschau: #WOBDSC

Mit der Partie gegen die Ostwestfalen aus Bielefeld nimmt die Bundesliga Saison für die Wölfe weiter Fahrt auf. Der bevorstehende Dreierpack mit den Spielen gegen Bielefeld, Berlin und Hoffenheim sollte in jedem Fall für den ersten Saisonsieg genutzt werden. Der auf dem Papier vermeintliche leichteste Gegner ist zunächst sicherlich die Arminia. Doch ein Selbstläufer werden die ersten Drei Punkte sicherlich nicht. Viel Spaß mit unserer Gegneranalyse der Bielefelder Arminia! 

Endlich wieder Erste Liga

Nach mehrjähriger Abstinenz kehrte zu Beginn der diesjährigen Bundesliga-Saison mit Arminia ein alter Bekannter in das deutsche Oberhaus zurück. Nach dem Abstieg 2009 avancierten die Bielefelder zwischenzeitlich zu einer Fahrstuhlmannschaft: Nur zwei Jahre nach dem Bundesliga-Abstieg stand der bittere Gang in die Drittklassigkeit an, wiederum nach zwei Jahren gelang der Aufstieg in die Zweite Liga, um in der unmittelbar folgenden Saison erneut in die Dritte Liga abzusteigen. Nach dem direkten Wiederaufstieg 2014/2015 etablierten sich die Ostwestfalen in der Zweiten Bundesliga und klopften bereits zweimal am Tor zur Bundesliga, ehe es 2020 sogar als Meister schlussendlich der Fall war. Der Klassenerhalt hat für die bescheidenen Bielefelder in dieser für alle Vereine schwierigen Saison selbstredend oberste Priorität. Nicht zuletzt um den eigenen Fans auch in der kommenden, hoffentlich Corona-freien Saison weiterhin Bundesliga Fußball auf der Alm bieten zu können. 

Kader

Die Arminen haben qualitativ gesehen sicherlich nicht den stärksten Kader, doch war es schon zu Zweitliga-Zeiten vor allem die mannschaftliche Geschlossenheit und das breite Kollektiv, was die Mannschaft von Trainer Uwe Neuhaus auszeichnete. Im wirtschaftlich ohnehin eher klammen Bielefeld musste besonders im Corona-Transfersommer 2020 mit Augenmaß eine schlagkräftige Bundesligamannschaft auf die Beine gestellt werden. Dies gelang den Verantwortlichen vor allem in der Offensive. Hier holte man mit Ritsu Doan (PSV Eindhoven, Leihgabe) und Sergio Cordova (FC Augsburg, Leihgabe) zwei talentierte und hungrige Spieler, die Ihre eigenen Qualitäten sowohl in den Niederlanden als auch in der Bundesliga bereits unter Beweis stellen konnten. 

Im Mittelfeld holte man unter anderem Arne Maier ebenfalls per Leihe aus Berlin von der Hertha uns sicherte sich zudem noch ablösefrei die Dienste des Österreichers Christian Gebauer, dessen Vertrag beim SCR Altach in Österreich ausgelaufen war. Ebenfalls ohne eine Ablösesumme in die Hand nehmen zu müssen lockte man den Belgier Mike van der Hoorn auf die Alm, dessen Arbeitspapier bei Swansea City ebenfalls nicht verlängert wurde. 

Unterm Strich verbreiterte man geschickt den Kader – sowohl qualitativ als auch quantitativ – ohne hierfür große Ablösesummen in die Hand genommen haben zu müssen. 

Ein Name, der in Wolfsburger kein Unbekannter ist, ist sicherlich der von Bielefelds Kapitän Fabian Klos, startete der gebürtige Meinersener einst eine Profilaufbahn beim VfL Wolfsburg. Zu einem Profieinsatz für die Wölfe reichte es jedoch nicht, sodass es Klos 2011 nach Bielefeld zog. Dort absolvierte der kantige Mittelstürmer mittlerweile 219 Pflichtspiele und erzielte dabei 137 Tore. Auf sein erstes Bundesliga-Tor wartet Klos noch – man möchte meinen #typischVfL, sollte es ausgerechnet am Sonntag soweit sein…  

Der Saisonstart

Denkbar ungünstige Begann die neue Saison für die Bielefelder im DFB-Pokal, als man bei RW Essen mit 0:1 bereits in der ersten Runde ausschied. Das Bundesliga-Comeback glückte jedoch besser, als man am ersten Spieltag einen Punkt bei der Frankfurter Eintracht holte. Einem Tollhaus hätte die Bielefelder Alm sicherlich am 2. Spieltag gegen 17:20 geglichen, als man den 1. FC Köln mit 1:0 bezwingen konnte. Aus Sicht der Fans sämtlicher Vereine sicherlich ein Wehrmutstropfen, in dieser Saison nicht in den sonst üblichen Maßen in die Stadien strömen zu können und Bundesliga-Fußball live sehen zu können – doch für die überwiegende Mehrheit gehörte dies zum Zwei-Wöchentlichen-Alltag dazu, nicht so für die Arminen. Doppelt bitter also für Fans der Arminia. 

Die zwei weiteren Partien gingen jeweils an den Gegner der Bielefelder: zunächst musste man sich Werder Bremen mit 0:1 geschlagen geben, ehe man die Bayern auf der Alm begrüßen konnte und hier mit 1:4 unterlegen war. Bis auf die Partie gegen den Rekordmeister lassen die Arminen wenig Gegentreffer zu und stehen defensiv äußerst kompakt. Ein Offensivfeuerwerk sollte man am Sonntag sicherlich nicht erwarten. 

Die Spielweise & Personal

In allen Pflichtspielen der diesjährigen Saison bot Trainer Uwe Neuhaus eine 4-3-3-Formation auf, mit Fabian Klos als Mittelstürmer. Im Spiel gegen den 1. FC Köln wurde Klos flankiert von Soukou und Cordova, eine Linie defensiver agierten Doan, Prietl und Hartel. Wie bereits angesprochen, ist von der Offensive der Arminia kein Feuerwerk lauter Chancen zu erwarten, viel mehr zeichnet sich die Arminia durch ihr präzises Umschaltspiel aus. Die sich bietenden Chancen werden häufig eiskalt verwertet. Dennoch sind vor allem Klos und Cordova nicht unbedingt die klassischen Konter-Spieler, geht vor allem Klos das Tempo im Sprintduell ab. 

Das Prunkstück der Gäste wird auch am Sonntag sicherlich die Defensive sein. Der bis vor kurzem verletzte Brunner könnte hinten rechts wieder ins Team rücken und seinen soliden Vertreter de Medina ersetzen. Die Innenverteidigung um Pieper und van der Hoorn sowie der linke Außenverteidiger Lucoqui komplettieren die defensive Viererreihe. Im Tor der Gäste wird Stefan Ortega stehen. 

Geduld dürfte für die Wölfe am Sontag ein Schlüssel zum ersten Saisonsieg sein. Die Arminen werden versuchen das Spielfeld eng zu gestalten und mit der notwendigen Aggressivität spielerische Defizite aufzufangen. Viel hängt von der Chancenverwertung beider Team ab, da Gelegenheiten auf einen Treffer eher Mangelware werden dürften. Und ob dann ausgerechnet der Gifhorner Klos unter den Torschützen stehen wird, bleibt abzuwarten.    

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