18. Juni 2021

Rückblick: #WOBFCA

Der VfL Wolfsburg bleibt auch im dritten Spiel der noch jungen Bundesliga-Saison ohne Sieg. Am Nachmittag reichte es in der heimischen VW-Arena gegen den FC Augsburg nur zu einem müden 0:0 (0:0). Das Team lässt weiterhin offensive Leichtigkeit vermissen und droht bereits früh in der Saison in eine Ergebniskrise zu rutschen. Unsere Gedanken zu #WOBFCA.

Spielhöhepunkte

Das Spiel begann mit einigen Offensivaktionen beider Mannschaften, von denen nur eine den Weg ins Tor fand. In der 26. Minute schloss Josip Brekalo einen Angriff über die linke Seite nach innen ziehend mit einem platzierten Flachschuss ab und konnte Augsburg Keeper Gikiewicz überwinden – das (vemeintliche) 1:0, da der VAR aus Köln dem Treffer durch eine Abseitsstellung von Wort Weghorst durchaus zu Recht die Anerkennung verweigerte. Die Augsburger konnten selbst auch zwei gefährliche Aktionen vor dem gegnerischen Tor für sich verbuchen, jedoch verpassten es sowohl Gregoritsch als auch Niederlechner einen Treffer zu erzielen. Folgerichtig stand zur Pause ein torloses Unentschieden – 0:0. Die zweite Halbzeit begann ähnlich temporeich und zeichnete sich durch einige Torchancen aus. Die erste Großchance vergab Admir Mehmedi in der 53. Minute aus gut acht Metern beinahe fahrlässig. Mit dem Ende dieser Situation verflachte die Partie zusehendst, Torchancen zählten an diesem Nachmittag zu Mangelware. Erst in der 67. Minute bildete ein Abschluss Brekalos das Ende der spielerischen Talsohle der Partie. Schlussendlich blieb es in einem durchschnittlichen bis eher mäßigen Bundesligaspiel beim 0:0 (0:0).

Analyse

Besonders in der ersten Hälfte des Spiels überraschten die Augsburger mit einem erfrischenden Konterspiel und vermochten die ein oder andere Lücke in der Wolfsburger Defensive mithilfe scharfer Steilpässe zu finden. Letztlich im Abschluss ließen die Fuggerstädter ihre Kaltschnäuzigkeit aus dem Dortmund-Spiel vermissen – zum Glück für die Wölfe, da vor allem in der ersten Halbzeit zwei größere Torchancen von den Gästen ausgelassen wurden. Die Gäste stellten ihre offensiven Bemühungen über weite Teile der zweiten Halbzeit nahezu komplett ein und lauerten fortan ausschließlich auf individuelle Fehler der Wolfsburger.


Aus Wolfsburger-Sicht scheint die Mannschaft auch im dritten Ligaspiel noch nicht wirklich auf Touren gekommen zu sein. Besonders in der Offensive drückt der Schuh, hier konnten Weghorst und Mehmedi erneut nur bedingt Akzente setzen. Es wurde wiederholt deutlich, dass das Tempo von den Außen nicht auf das Sturmzentrum übergeben werden kann. Sowohl Mehmedi, als auch Weghorst verschleppten die Geschwindigkeit der Partie ein ums andere Mal und beraubten sich somit guter Umschaltsituationen. Ebenso wie das Sturmzentrum scheinen die Flügel weiterhin eher unterbesetzt – sowohl qualitativ als auch quantitativ. Brekalo wechselte im Laufe der Partie häufig zwischen beiden Seiten, jedoch fehlte ein äquivalenter Flügelpartner, da Mehmedi meist im Zentrum hinter Weghorst als 10 agierte. Und so blieb das eigene Offensivspiel über weite Phasen der Partie zu berechenbar. Auch der zwischendurch eingewechselte Daniel Ginczek zeigte zum wiederholten Male eine schlechte Leistung und scheint der Mannschaft mit seiner jetzigen Form nicht weiterhelfen zu können.
Aus dem Mittelfeld hinaus sorgten Schlager und Arnold zu selten für Gefahr, besonders der Österreicher wirkte (wie schon seit mehreren Spielen) überspielt und trifft häufig die falschen Entscheidungen. Dennoch scheint in diesem Mannschaftsteil der geringste Handlungsbedarf zu erkennen. 
Eine weitere unverkennbare Baustelle bildete die Rechtsverteidiger Position, im Spiel gegen Augsburg bekleidet von Jerome Rousillion. Die fehlende Beidfüßigkeit des Franzosen limitierte das Offensivspiel der rechten Seite erheblich. Die Einwechslung Ridle Bakus in der 70. Minute sorgte nur für eine minimale Verbesserung. Die übrigen Offensivaktionen scheiterten einerseits erneut an fehlenden Tempo, individuellen Fehlern oder defensiven Kompaktheit der Gäste. Ohnehin wirken die gefährlichen Aktionen im und um den gegnerischen Strafraum der Wölfe eher wie Zufallsprodukte, als das Ergebnis eines klaren Konzepts. Hier gilt es die Entwicklung im Oktober genaustens zu verfolgen. Es muss ein Ruck durch die Mannschaft gehen, will man die Saison nicht schon nach wenigen Wochen aufgrund eines schlechten Starts abhaken müssen.

Die Mannschaft hat nun 2 Wochen Zeit zum einen die Akkus aufzuladen und den kräftezehrenden Saisonstart zu verarbeiten, andererseits muss auch das Team um Oliver Glasner die gezeigten Leistungen analysieren und die richtigen Schlüsse aus dem verpatzten Saisonstart ziehen. 

Das nächste Pflichtspiel der Wölfe findet am 17.10.2020 im Borussia-Park gegen Mönchengladbach statt. Anstoß der Partie ist um 20:30 Uhr.

Ein Gedanke zu “Rückblick: #WOBFCA

  1. Gute Idee mit dem Umzug, find ich gelungen.
    Ich kopier den mal hier noch mal rein:
    Nach den letzten beiden Spielen bin ich ziemlich ernüchtert.
    Die erste Häfte war für mich die beste der Saison gegen einen erstaunlich guten Gegner (klar auch mit Selbstvertrauen). Aber das Ergebnis nervt erneut. Euren Text und den Podcast fand ich da gut die Probleme ansprechend.

    Zum Text:
    Stimme mit sehr vielem überein.
    Das Verschleppen von Weghorst hab ich nicht so deutlich gesehen, werd ich in den nächsten Spielen mal mehr drauf achten. Finde ihn eigentlich im Zusammenspiel nicht soo schlecht oder das Tempo herausnehmend.

    Bei Mehmedi stimme ich euch zu. Wobei ich bei ihm ein wenig ratlos werde.
    Es wäre etwas unfair ihn mit dem agilen Brekalo nur am Tempo zu messen.
    Aber er müsste dann in seiner Spielintelligenz/Stellungsspiel wachsen, um auf eine andere Art eine Defensive zu knacken. Und in dem Punkt hatte ich ihn in der Vergangenheit stärker in Erinnerung, also sogar eher eine nachteilige Entwicklung. Andererseits hat er am Donnerstag das Tor gemacht.

    Auch Baku finde ich gut beschrieben. Ja erstes Spiel, alles okay. Aber er hatte wenig Mut die Linie lang zu marschieren. Das müsste eigentlich ihm vor der Einwechslung mitgegeben worden sein. Schade.

    Positiv: Otavios Vorstöße; Casteels in den zwei sehr gefährlichen Momenten stark; insgesamt fand ich das offensives Auftreten + Wille vorhanden waren. Und auch die Systemumstellung (gute Wahl Glasner!) könnte die vielen tiefen Pässe begünstigt haben, weil Arnold und Schlager etwas höher standen/eine Linie weniger zu überspielen war.
    Negativ: Außer der Null vorne? Recht wenig. Noch etwas hinten zu offen. Ginczek wenig Bindung. Zweite Hälfte sind sie zu wenig gegen den tiefen Gegner durchgekommen. Da fehlen mir schnelle Verlagerungen ala Vierinha. Schlager sah auch ich etwas müde.

    Das einzige, was mir in der Analyse etwas zu wenig vorkommt: Ich fand offensiv die erste Hälfte die Beste in dieser Saison. Da war eine Menge tiefe Läufe und vertikale Pässe und Tempo. Das Problem für mich war daher eher die Verwertung. Und das passt gut zum Podcast.

    Zum Podcast:
    Ihr seid mit der leider direkt sich bewahrheitenden Ungefährlichkeit und damit mit genau meinen Gedanken gestartet.

    Wir schiessen keine Tore. 1 in 3 BL-Spielen, Brekalos abgefälschter Freistoß.
    Und das war in der letzten Saison ja schon so, das wurde noch von Weghorst teilweise aufgefangen (ihr habt es mit Maxi aufgezählt). Weghorst hat die Flaute und der Rest ist harmlos.
    Augsburg hat Weghorst gut zugestellt, weswegen er nur die eine Abschlusssituation am Anfang hatte (die auch sehr stark gehalten wurde).

    Und sonst?
    Schlager im Strafraum nach Vorstoß über Außen nicht aufs Tor,
    Mehmedi im Strafraum nach Vorstoß über außen stark gehalten,
    Gerhardt nach dem Augsburger Fehler nicht aufs Tor,
    Brekalo nicht wirklich gefährlich aufs Tor (den anderen sehr stark geschossen, sehr schade)
    Rousillion hatte einen Schuss drüber, Josh einen drüber, Otavio einen drüber.
    Maxi einen Freistoß daneben (und noch einen?).
    Dazu Ginczek den einen Konter unsauber und Brooks 3 Kopfbälle im Strafraum in den letzten Minuten.
    Das aufzuschreiben war frustrierend.

    Was tun? Leute verpflichten (Herzlich Willkommen Philipp!).
    Abschlusssituationen trainieren, aber ehrlich gesagt wird von den oben keiner mehr ein Torjäger.
    Also am ehesten noch mehr Situationen kreiieren, in denen selbst die Abschlussschwachen die Bude machen.
    Aber in Strafraumnähe fehlt zu häufig Tempo und Genauigkeit im 1-Kontakt-Spiel.
    Und da hab ich jetzt seit mehr als einem Jahr genau keine Verbesserung gesehen, Herr Glasner.
    Das es jetzt Zeit zum Trainieren gibt, ist das einzig Positive aus dem Ausscheiden.

    P.S.: Euer Tweet zur Auslastung hat mich gefreut. Ja, vor der Pandemie waren in der letzten Saison zu wenig Zuschauer da. Das muss Thema im Verein sein. Aber in dieser kritischen Phase finde auch ich die Kritik/Spekulationen unangebracht.

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