20. September 2021

VfL-Vorschau: #WOBSVW

Wenn die Wölfe in der heimischen VW-Arena gegen Werder Bremen spielen, geht es meist hoch her. Ganz gleich ob 6:0-Heimsieg, 2:3-Auswärtssieg, zwei verschossene Strafstöße in einer Partie oder man gewinnt im Vorbeigehen die Deutsche Meisterschaft. Duelle gegen Werder haben schon ein ums andere Mal für Eintragungen in die Geschichtsbücher gesorgt. Wir schauen heute auf vier denkwürdige Spiele zurück. 

Der erste Titel

Werder Bremen wird als Gegner auf Ewigkeiten mit der Wolfsburger Fußball-Geschichte verbunden sein. Denn am 23. Mai 2009 standen elf Bremer auf der Gästeliste für eine Wolfsburger Bundesliga-Party sondergleichen. Mit 5:1 fegten Dzeko, Grafite, Misimovic & Co. die Bremer vom Platz sicherten sich die Meisterschaft quasi schon mit dem Halbzeitpfiff. Was folgten waren Extase, Bierduschen und DJ Ötzi. Bei letztem stelle ich mir bis heute die alles entscheidende Frage: Warum? Ob die hohe Dichte österreichischer Top-Manager im VW-Konzern eine Rolle spielte, mag ich an dieser Stelle nicht weiter untersuchen. 

2 Mal 11 = 0? 

Beinahe auf den Tag genau zehn Jahre ist ein weiteres, denkwürdiges Duell der beiden grün-weißen mittlerweile her. Am 04.12.2010 duellierten sich ein inzwischen entthronter Deutscher Meister und ein Alt-Meister auf der Suche nach sportlicher Neuerfindung in der klirrenden Kälte der VW-Arena. Trainer der Wölfe damals der Engländer Steve McClaren (Ja, DER), auf der Gegenseite saß der Ur-Bremer Thomas Schaaf auf der Bank. Und wer schafft es mir wenigstens die Hälfte der beiden Mannschaftsaufstellungen zu nennen? Ich beginne mal mit der anderen Hälfte: auf Seiten der Wölfe zählte neben Sascha Riether, Mario Mandzukic, Simon Kjaer und Edin Dzeko, auch eine sportliche und (vor allem in den Schlussakten der Saison) menschliche Größen wie Diego zur ersten Elf. Genau der Diego, den die Vereinseigene Social Media Abteilung in unregelmäßigen Abständen auf sämtlichen Plattformen zur Verwunderung einiger VfL-Fans so derbe abfeiert, dass man die Egoismen und den fehlenden Sportsgeist des ehemaligen Bremers fast vergessen könnte. Aber eben nur fast. 
Highlights der Partie im Dezember 2010? Nun ja, innerhalb von drei Minuten scheiterten sowohl Thorsten Frings als auch Edin Dzeko per Strafstoß am gegnerischen Torhüter – am Ende ein 0:0 der besseren Sorte und wahrscheinlich die am schnellsten aufeinanderfolgenden verschossenen Elfmeter der Bundesliga-Geschichte.  

Der letzte Heimsieg

21.11.2015, mittlerweile über fünf Jahre sind seit diesem Tag vergangen und so lange ist auch der letzte Wölfe Heimsieg über Werder Bremen her. Dieser hatte es jedoch in sich: mit 6:0 schoss die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking die Bremer nach Hause. Unter den Torschützen Spieler wie Max Kruse, Bas Dost oder ein gewisser Vieirinha. Auf Seiten der Bremer stürmte Anthony Ujah, flankiert auf den Außen von Junuzovic und Bartels. Und, wer von euch Strebern kann mir sagen wer bei Werder damals auf der Trainerbank saß? Nanana, nicht schummeln…
Zweifelsohne einer der letzten schöneren Siege in diesem Wolfsburger Fußball-Zeitalter. Und nicht zuletzt ebenfalls der bis heute letzte Wolfsburger Heimsieg gegen Werder insgesamt. Es wird also mal wieder bitter nötig die drei Punkte am Mittellandkanal zu behalten. 

Das letzte Heimspiel

Schon wieder fast auf den Tag genau, diesmal vor einem Jahr, stieg das letzte Duell #WOBSVW – damals noch vor 26.112 Zuschauern in der VW-Arena. Ein glänzend aufgelegter Milot Rashica sorgte unter anderem mit seinem Doppelpack für einen bitteren Abend – zumindest, wenn man es mit den Wölfen hält. Ein vor beinahe exakt 365 Tagen noch so normal und alltäglich erscheinender Bundesliga-Spieltag entpuppt sich heutzutage als Rarität aus einer fast vergessenen Zeit. Sollten wir in einem Jahr wieder Ende November bzw. Anfang Dezember ein Heimspiel gegen Werder Bremen bestreiten, so kann man nur hoffen, dass in allen Bereichen das Leben wieder ein bisschen so sein kann wie im Dezember 2019 – bis auf das Ergebnis, dass darf ruhig anders ausfallen. 

Der Rest vom Schützenfest

Wir haben unseren Lesern gegenüber (ja, die gibt es wirklich!) auch eine gewisse Informationspflicht, von daher beenden wir diese etwas andere VfL-Vorschau nicht ohne die wichtigsten Informationen vor dem Duell mit den Bremern. 
Unser Kapitän Josh Guilavogui wird der Mannschaft auch weiterhin fehlen. Eine Muskelverletzung zwingt den Kapitän derzeit zum Pausieren. Marin Pongracic kehrt nach seiner COVID-19 Infektion in dieser Woche wieder zur Mannschaft zurück, stellt laut Trainer Oliver Glasner jedoch keine Option für das kommende Ligaspiel dar. Ansonsten kann der Trainerstab aus dem Vollen schöpfen.

Gegen Werder könnte es ein Geduldsspiel werden. Wie in unserer Gegnervoschau bereits beleuchtet, agiert Werder mittlerweile wesentlich abwartender und defensiver und erlaubt dem Gegner somit wesentlich seltener aussichtsreiche Torchancen als noch in der vergangenen Spielzeit. Die von den Wölfen im Spiel gegen Schalke gezeigte Chancenverwertung sollte gegen Bremen eher noch besser ausfallen, ansonsten ist Werder auch am Freitag in der VW-Arena für eine Überraschung gut. 

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