18. Juni 2021

VfL-Vorschau: #WOBTSG

Ein besonderes Spiel steht den Wölfen am kommenden Sonntag bevor. Nicht unbedingt aus sportlicher Sicht, vielmehr die nach außen getragenen, internen Spannungen zwischen Trainer Oliver Glasner und Geschäftsführer Sport Jörg Schmadtke machen die Partie gegen die TSG Hoffenheim zu einem sicherlich viel beachteten Aufeinandertreffen in der Volkswagen Arena. Es wird somit am Sonntag spannend beobachten zu sein, inwieweit die Mannschaft in der Lage ist die Situation auszublenden und ein gutes Bundesligaspiel auf den Platz bringen zu können. Die drei Punkte gegen Hoffenheim dürften von besonderer Bedeutung sein, einerseits um den Anschluss an die internationalen Plätze nicht gänzlich zu verlieren, andererseits um für Klarheit über die Zukunft von Glasner als Trainer beim VfL zu sorgen.

Eindruck & Form

Versuchen wir uns auf die sportlichen Punkte im Vorfeld der Partie zu fokussieren. Welchen Eindruck macht die Mannschaft derzeit? Das Spiel in Berlin offenbarte zuletzt eher ungewöhnliche Lücken in der Defensive. Eine Niederlage in der Hauptstadt lag ebenso im Bereich des Möglichen, wie eine empfindlich hohe Abreibung. Die temporeichen Berliner Stürmer um Lukebakio, Cordoba und Cunha konnten sich drei, vier Mal in aussichtsreiche Position vor das Wolfsburger Tor kombinieren, einzig und allein der schlechten Chancenverwertung der Gastgeber sei Dank konnten die Wölfe einen Punkt aus Berlin entführen. Das Hauptproblem liegt jedoch weiterhin in der nahezu völlig ungefährlichen Offensive. Mit Wohlwollen konnte man gegen die Hertha neben dem sehenswerten Ausgleichstreffer von Ridle Baku zwei weitere aussichtsreiche Torchancen beobachten. Das Spiel der Wölfe ist zu statisch, zu berechenbar, nicht temporeich genug und stellt die gegnerische Defensive vor zu wenige oder zu simple Herausforderungen. Doch woran liegt dieser Umstand? Holt das Trainerteam zu wenig aus dem Kader heraus oder ist Platz 11 in der Liga mit lediglich fünf Treffern nach sechs Spielen das Maximum mit dem zur Verfügung stehenden Spielermaterial? Eine Frage, die derzeit sehr schwer und mit Sicherheit auch nur äußerst subjektiv zu beantworten ist. 

Außerdem fällt es zum jetzigen Zeitpunkt sehr schwer einen charakteristischen Spielstil der Wölfe auszumachen. Defensiv hui, offensiv pfui? Laufstark, aber ideenlos im Angriff? Nicht unbedingt Qualitätsmerkmale einer TOP 6 Bundesliga Mannschaft. Eine Frage, der wir auch in der zweiten Folge unseres Nummer 9 Podcast nachgehen wollen. Die neue Folge gibt es für euch ab Montag, 00:01 Uhr auf Spotify, Apple Podcast, Google Podcast & vielen weiteren Plattformen.
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Personal

Für Kapitän Guilavogui scheint die Partie gegen Hoffenheim noch zu früh zu kommen. Die bevorstehende Länderspielpause sollte der Mittefeldstratege für seine vollständige Genesung nutzen. Unter der Woche stand zudem Jerome Rousillion nicht zur Verfügung. Ein Einsatz oder ob es der Linksverteidiger überhaupt in den Kader schafft, dürfte sich erst am Spieltag entscheiden. Eine weitere schlechte Nachricht bedeutete den längerfristigen Ausfall von Daniel Ginczek. Der zuletzt erfolglose Stürmer klagt seit einiger Zeit über Rückenschmerzen. Gute Nachricht gibt es von drei Rekonvaleszenten: Kevin Mbabu, William und Marin Pongracic drängen wieder in den Kader. Dennoch dürfte eine weitere Länderspielpause und die behutsame Rückführung in den Kader und in die erste Mannschaft. Seinen Platz zweifelsfrei nicht ohne weiteres räumen dürfte Neuzugang Ridle Baku. Zuletzt in Berlin mit seiner Tor-Premiere für die Wölfe schlug der U21-Nationalspieler voll ein bei den Wölfen. Die erste Elf dürfte der aus dem Berlin-Spiel ähneln. Maximilian Arnold kehrt nach seinem Verzicht in Berlin in jedem Fall wieder zurück in die erste Elf, nachdem Frau Jenny am Donnerstag einen gesunden Jungen zur Welt brachte (Herzlichen Glückwunsch!). 

Prognose

Folgt am Sonntag eine Reaktion? Aber worauf? Es böten sich zahlreiche Anlässe für die Mannschaft eine Reaktion zu zeigen. Sei es die löchrige Defensive gegen Berlin, die über die gesamte Saison prüde Offensive oder die angesprochenen internen Streitigkeiten zwischen den Verantwortlichen. Ein Sieg über Hoffenheim dürfte Glasners Position intern nur bedingt stärken, das Tischtuch scheint gänzlich zerschnitten. Es läuft also alles auf einen echten Charaktertest heraus. Ob Mannschaft, Trainer und Verantwortliche diesen bestehen, bleibt eine Überraschung. 

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