20. September 2021

Vorschau: #FSVWOB

„Fürstenwalde, Cottbus und das schöne Brandenburg“

Es geht wieder los! Mit der Partie in der ersten DFB-Pokal Hauptrunde gegen den FSV Union Fürstenwalde startet der VfL in die Saison 2020/2021. Allen Widrigkeiten zum Trotz, freut sich das Team von „Nummer 9“ auf die bevorstehende Spielzeit und ganz besonders auf den Pflichtspielauftakt am Samstag um 15:30 Uhr im heimischen AOK-Stadion. 

Wir freuen uns auch in dieser Saison euch vor allem auf die Pflichtspiele der Wölfe mit einer umfangreichen und präzisen Vorschau vorbereiten zu können & gemeinsam die absolvierten Spiele Revue passieren zu lassen – hierfür dient der nach jedem Spiel erscheinende Rückblick. 

Widmen wir uns nun jedoch wieder dem bevorstehenden Pokalspiel gegen den FSV Union Fürstenwalde aus Brandenburg. Neben der bei „Nummer 9“ üblichen Vorstellung unseres kommenden Gegners, richten wir ebenfalls einen Blick auf die vergangenen Testspiele im Rahmen der Saisonvorbereitung der Wölfe und geben euch für den morgigen Spieltag alle wichtigen Statistiken mit auf den Weg. Viel Spaß dabei!

FSV Union 1919 Fürstenwalde e. V.

Es ist meist die erste Auswärtsfahrt der neuen Saison und führte die VfL-Fans schon auf so manch lange Reise quer durch die Bundesrepublik – die erste DFB-Pokal Hauptrunde. In diesem Jahr hätte es die Fans der Wölfe nach Brandenburg verschlagen, genauer gesagt nach Fürstenwalde an der Spree, knappe 270 Kilometer von der heimischen VW-Arena entfernt. Musiker und Komödiant Rainald Grebe hielt es sogar für notwendig mit seinem Song „Brandenburg“ das gleichnamige Bundesland zu besingen: „Es gibt Länder, wo richtig was los ist, und es gibt Brandenburg“ heißt es in der ersten Strophe. Doch auf diese Entdeckertour müssen die VfL-Fans in dieser Saison leider verzichten, denn auch die neue Saison steht noch ganz unter den Einflüssen der Corona-Pandemie. So trat der Regionalligist auch sein Heimrecht an den VfL ab – zu umfangreich und kostenintensiv sind die geforderten Hygiene-Auflagen und die zu schaffenden Voraussetzungen für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung. So findet erstmal seit langer Zeit eine Partie der ersten DFB-Pokal Runde wieder in Wolfsburg statt. Im heimischen AOK-Stadion soll demnach der erste Pflichtspielsieg der neuen Saison eingefahren werden. Für Fürstenwalde sicherlich keine ideale Konstellation, hatte man schließlich erst im August diesen Jahres erstmals den brandenburgischen Länderpokal gewonnen und eine DFB-Pokalteilnahme erreichen können – eine Begegnung gegen einen Bundesligisten im heimischen Stadion vor ausverkauftem Haus, wäre sicherlich für alle Beteiligten beim Regionalligisten ein einmaliges Erlebnis gewesen. 

Die Formkurve

Anders als für den VfL, hat für die Brandenburger der reguläre Ligabetrieb bereits wieder begonnen. In der Regionalliga Nordost belegt man nach bisher fünf gespielten Partien einen soliden fünften Platz. Erst am vergangenen Sonntag musste man sich im Auswärtsspiel beim Chemnitzer FC, diesjähriger Absteiger aus der dritten Liga, mit 2:3 geschlagen geben. Zudem konnte man Ende August im Landespokalfinale gegen den Ligakonkurrenten SV Babelsberg 03 das Pokal-Ticket lösen. Den Pflichtspielrhythmus scheint Fürstenwalde dem VfL voraus zu haben. 

Der Trainer

Ein alter Bekannter an der Seitenlinie des FSV: Matthias Maucksch, 51 Jahre, gebürtiger Dresdener und ehemaliger Spieler der Wölfe. Zwischen 1995 – und 1997 bestritt der Abwehr-/ bzw. Mittelfeldspieler 41 Pflichtspiele für die Niedersachsen und erzielte dabei fünf Treffer. Im Interview mit der „Märkischen Allgemeinen Zeitung/Sportbuzzer“ ließ Maucksch keine Zweifel an der Bedeutung der Partie mit seinem ehemaligen Verein aufkommen: 

„Natürlich, das ist eben ein Ex-Club von mir. Es wird bestimmt zu einigen schönen Begegnungen kommen. Da meine ich nicht den aktuellen Kader, aber im Umfeld kenne ich noch einige Leute.“

Seine Karriere als Spieler begann er bei der SG Dynamo Dresden, für die Maucksch auch zwischen 2009 und 2011 als Trainer fungierte. Die derzeitige Amtszeit beim Wolfsburger Pokalgegner Fürstenwalde ist bereits seine dritte Beschäftigung bei den Brandenburgern: In den Spielzeiten 2015/2016 und 2017/2018 wirkte Maucksch bereits zwei weitere Male als Trainer an der Seitenlinie mit. 

Der Gegner: Taktik & Personal

Werfen wir einen kurzen Blick auf die Taktische Ausrichtung des FSV Fürstenwalde. Den VfL dürfte am Samstag eine klassische 4-4-2-Formation erwarten. Die zwei Viererketten werden versuchen die Mitte des Spielfelds zu verdichten. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, eine Sturmspitze für eine Defensive Fünferkette und mehr Stabilität zu opfern. Dennoch wird sich Fürstenwalde nicht nur auf seine Defensive verlassen. Die zwei Stürmer werden versuchen die sich bietenden Chancen eiskalt zu nutzen. 

Es steht natürlich außer Frage, dass die Wölfe spielerisch und besonders individuell auf einem ganz anderen Niveau agieren als der Regionalligist, dennoch ist der Kader der Brandenburger gespickt mit bei heutigen Erst- oder Zweitligisten ausgebildeten Spielern: Kapitän Ingo Wunderlich lernte das Kicken beispielsweise bei Union Berlin, Darryl Julian Geurts spielte schon für Holstein Kiel und den SC Paderborn in der dritten Liga und ist derzeit Fürstenwaldes bester Scorer mit 4 Treffern und einer Vorlage in 3 Spielen, oder Anton Kanther, 19 Jahre, Mitglied des Drittliga-Kaders des 1. FC Magdeburg der abgelaufenen Saison. Auf Einsätze in der dritten Liga bringen es zudem noch Joshua Putze (Sportfreunde Lotte) und Lukas Stagge (Hallescher FC). Beim Kader der Brandenburger handelt es sich somit um alles andere als einen nicht ernstzunehmenden Amateurklub. 

Historie

In Zukunft wollen wir euch auch historische Fakten zu den Spielen der Wölfe mit auf den Weg geben, schließlich wird der VfL Wolfsburg e. V. am Samstag stolze 75 Jahre alt. Grund genug also, um in die Archive zu steigen. Das Duell mit dem FSV Fürstenwalde ist jedoch die erste Begegnung beider Vereine, daher schauen wir an dieser Stelle auf andere, fast vergessene DFB-Pokal Erstrunden-Momente mit dem VfL. 

Mit der Partie gegen Fürstenwalde startet der VfL in seine 45. DFB-Pokal Saison. Insgesamt 14 mal scheiterte man bereits in der ersten Runde, gerade in den 70er und 80er Jahren natürlich als unterklassiger Teilnehmer. Bereits zweimal bekam man es mit einer Mannschaft aus Brandenburg zu tun, beide male ging es gegen Energie Cottbus. Im Jahr 1996 zog man mit 0:1 ebenfalls den Kürzeren wie in der Saison 2010/2011, als man in der heimischen VW-Arena den unterklassigen Cottbussern mit 1:3 unterlegen war. Also keine Chance für den VfL gegen Teams aus Brandenburg? Hier habt ihr es auf jeden Fall zu erst gelesen. 

Der VfL

Werfen wir zum Schluss noch einen Blick auf die Wölfe. Die Vorbereitung begann mit der Beendigung der alten Saison: es galt in der Ukraine gegen Donezk die Europa League Saison zu Ende zu bringen, was die Mannschaft dann auch erfolgreich tat – mit 0:3 hatte man zu keiner Zeit eine Chance das 1:2 aus dem Hinspiel aufzuholen. Krokodilstränen werden die Verantwortlichen beim VfL über das Ausscheiden jedoch nicht vergossen haben, wartet in dieser Saison noch die steinige Qualifikation für die kommende Europa League Saison mit zahlreichen Spielen und strapaziösen Reisen – inklusive Besuch von Corona-Risikogebieten. 

Die ersten Testspiele nach dem Europa League Ausscheiden gegen Eintracht Braunschweig (0:1), Phönix Lübeck (2:0) und Holstein Kiel (2:0) wirkten noch nicht wirklich rund, zu behäbig und bieder lief das Offensivspiel, zu unkonzentriert agierte man in der Defensive. Erst die letzten beiden Testspiele gegen den 1. FC Köln (3:0) und in Magdeburg beim 1. FCM (4:1) stimmten die die VfL-Anhänger vorsichtig optimistisch. Zumindest die Offensive wirkte deutlich verbessert. Sicher hätte man in Köln auch das ein oder andere Gegentor bekommen können, dennoch stand am Ende ein 3:0 sowie, wahrscheinlich noch viel wichtiger als der Sieg der Partie, ein nicht unerheblicher Zugewinn an Selbstvertrauen und Unbeschwertheit. Im letzten Test folgte dann gegen überforderte Magdeburger der überzeugendste Test: vier Tore, zahlreiche Torchancen und eine stabile Defensive. Nimmt man nur dieses Spiel gegen den 1. FC Magdeburg, scheint es schwer vorstellbar, dass Fürstenwalde diesen VfL vor ernsthafte Probleme stellen kann. Es bleibt jedoch abzuwarten wie nachhaltige diese Leistungssteigerung war und welchen Anteil schwache Magdeburger an diesem Sieg hatten. Alles in allem fällt eine Standortbestimmung nach dieser Vorbereitung äußerst schwer.  

VfL: Taktik & Personal

Hinten rechts drückt der Schuh beim VfL. Nach dem Ausfall von Kevin Mbabu nach den Einsätzen in der Nationalmannschaft schlägt aller Wahrscheinlichkeit nach die Stunde von Aushilfs-Rechtsverteidiger Felix Klaus. Während der Saisonvorbereitung half der ehemaliger Hannoveraner auf dieser Position bereits einige Male aus – und machte seine Sache recht ordentlich. Dennoch scheint dies keine Dauerlösung zu sein, schließlich formulierte Trainer Oliver Glasner erst zuletzt klar und deutlich, den Transfermarkt nach weiteren Verstärkungen zu sondieren – auch für die Rechtsverteidiger Position. 

Neben Verletzungsbedingten Ausfällen, dürften vor allem die unter der Woche aktiven Nationalspieler eine Pause bekommen – besonders im Hinblick auf die bevorstehenden Spiele in der Europa League Qualifikation und vor dem Bundesliga-Start am kommenden Sonntag gegen Leverkusen. Kandidaten für die erste Elf sind z. B. Omar Marmoush, Yannick Gerhardt und Admir Mehmedi. Besonders der 21 Jährige Ägypter Marmoush spielte eine solide Vorbereitung und ließ in einigen Testspielen aufblitzen, dass er der Mannschaft mit seinem Tempo und seinem Drang zum Tor durchaus helfen kann. Lediglich im Abschluss haperte es noch gewaltig. Gut möglich, dass Glasner dem eigentlich für die U23 vorgesehenen Marmoush im Pokal Spielzeit einräumt. Auch Yannick Gerhardt präsentierte sich in den Testspielen robust und laufstark und dürfte somit eine Rolle für die Partie gegen Fürstenwalde spielen.    

Glaskugel: Wie klappt’s mit einem Sieg?

Der Schlüssel für das Weiterkommen in der ersten Pokalhauptrunde ist wie so häufig vor allem einer: Geduld. Fürstenwalde wird versuchen das Spiel lange offen zu halten. Vor allem jedoch dürfte es der Regionalligist darauf ankommen lassen, das Spielfeld kompakt zu gestalten und dem VfL so wenig Raum wie möglich zu geben. Genau hier besteht die Gefahr für den VfL, nämlich die Geduld zu verlieren und zu Konzentrationsaussetzern zu neigen. Fürstenwalde wird auf genau diesen einen Fehler lauern und es versuchen Energie Cottbus gleich zu tun und den VfL gegen Teams aus Brandenburg weiterhin alt aussehen zu lassen. 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.