18. Juni 2021

Vorschau: #WOBB04

Back to Business für die Wölfe! Nach DFB-Pokal am letzten Samstag und der Europa League-Quali am Donnerstag beginnt diesen Sonntag um 18:00 Uhr die 58. Bundesligasaison. Der VfL Wolfsburg wird am ersten Spieltag der neuen Saison die Werkself aus Leverkusen empfangen.

Der Gegner

Leverkusen hat einen ereignisreichen Sommer hinter sich. Bis jetzt hat Leverkusen nur 3 Abgänge zu vermelden, aber mit Kai Havertz und Kevin Volland durchaus bemerkenswerte Abgänge. Volland glänzte mit 44 Toren und 27 Vorlagen in 115 Spielen für die Werkself, während der 100 Millionen-Mann Havertz in 118 Spielen 36 Tore erzielt und weitere 25 Tore vorbereitete. Ansonsten steht Pohjanpalo, nach Rückkehr von einer Ausleihe an den HSV wieder im Kader, auf dem Abstellgleis und soll verkauft werden und auch die Gerüchte um einen Abgang von Lukas Alario halten sich hartnäckig. Leverkusen steht vor der schweren Aufgabe, die Abgänge ohne größere Umstellungsprobleme zu kompensieren. Dem gegenüber steht bis jetzt lediglich ein Neuzugang mit Patrick Schick. Es ist zu erwarten, dass noch Transfers getätigt werden, jedoch erst nach dem Gastspiel in Wolfsburg.

Die Abwehrreihe sollte mit den Bender-Zwillingen, Tapsoba und Sinkgraven bereits feststehen, davor ist einiges möglich. Gesetzt ist lediglich Charles Aranguiz als Sechser, auf der Acht wird Bosz nicht auf die Kreativität eines Demirbay verzichten wollen und als Mittelstürmer dürfte Neuzugang Schick sein Debüt feiern. Ansonsten hat Bosz die Qual der Wahl mit vielen Optionen. Lediglich der Langzeitverletzte Paulinho und Quarantäne-Opfer Leon Bailey (hat wegen häuslicher Quarantäne auf Jamaika die Vorbereitung verpasst) stehen ihm alle Spieler zur Verfügung. Erwarten können wir klassischen Bosz-Fußball, wobei hinter dem Fitnessstand und der fehlenden Spielpraxis kleine Fragezeichen stehen dürften.

Bayer hat durch die Europa League eine ähnliche Vorbereitung wie die Wölfe gehabt. Nach dem Ausscheiden gegen Inter Mailand hat Leverkusen lediglich ein Testspiel (gegen Anderlecht, 1:1) und die erste DFB-Pokalrunde absolviert. Einerseits sollte dem VfL die fehlende Spielpraxis der Werkself helfen, anderseits steht mit Leverkusen eine eingespielte Mannschaft auf der Gegenseite. Natürlich wird es schwer die Abgänge von Harvertz und Volland 1:1 und unmittelbar zu ersetzen. Dennoch ist es der Werkself durchaus zuzutrauen im Kollektiv mit Spielern wie z.B. Demirbay und Schick die abgegebene Qualität auf lange Sicht annähernd zu ersetzen.

Der VfL

Nach dem Erfolg gegen Kukesi (4:0) am Donnerstag steht für Sonntag das größte Fragezeichen hinter der Innenverteidigung. Aufgrund des Fehlens von Pongracic (Pfeifferschen Drüsenfieber) und der Gelb-Rot Sperre vom 34. Spieltag gegen unseren Kapitän Joshua Guilavogui wird das Duett Brooks / Lacroix sein Debüt feiern – bis jetzt standen die Beiden noch nicht zusammen auf dem Platz. Des Weiteren drückt hinten rechts der Schuh, ob wieder Felix Klaus spielen wird oder wie nach Einwechslung am Donnerstag Roussillon, wird sich am Sonntag zeigen. Ansonsten sollte die Aufstellung taktisch der gegen Kukesi ähneln. Ob Joao Victor den Vorzug für einen zuletzt blassen Brekalo bekommt, dürfte als sicher gelten, zu offensivstark zeigte sich der Brasilianer in den letzten Spielen.

Das Spiel

Es wird der erste Härtetest und eine Standortbestimmung für den VfL werden. Die beiden zurückliegenden Pflichtspiele hat man gewonnen, aber alles andere wäre auch als herbe Enttäuschung zu werten gewesen. An erster Stelle steht, ob man sich wie bisher auch viele Großchancen herausspielen kann und diese effizienter nutzen kann. Hier liegt sicherlich das Hauptaugenmerk der Verantwortlichen beim VfL. In der Vorsaison hat man schließlich nur 48 Tore erzielt und bewegte sich mit dem Wert im hinteren Mittelfeld aller Bundesligateams. Mit 16 Toren und 4 Vorlagen sieht man auch, wie wichtig Wout Weghost für den VfL ist. Es gibt viele Spieler mit 3 bzw. 4 Toren, welche allerdings ihre Topform nie langfristig konservieren konnten. Hier lässt sich z. B. Josip Brekalo anführen, kam der Kroate schließlich auf 7 Torbeteiligung. Jedoch stand Brekalo bereits nach dem 4. Spieltag bei 2 Toren und 2 Assists. Einerseits ist es positiv zu sehen, dass viele Spieler mit einigen Torbeteiliungen auf sich aufmerksam machen können, anderseits wäre ein weiter Zielspieler wichtig, um den Druck von Weghorst nehmen zu können. Des Weiteren wird gute Abwehrarbeit benötigt – Geschenke wie gegen Fürstenwalde oder Kukesi wird Bayer 04 Leverkusen nicht liegen lassen. Ebenso wie 2 verschuldete Elfmeter in 2 Spielen ein paar Zweifel an der Disziplin in der Verteidigungsarbeit aufwerfen. Zum Glück hat der VfL mit Casteels einen Torwart in seinen Reihen, der über die Jahre schon den ein oder anderen Fauxpas ausbügeln konnte.

Das letzte Duell

Freudig blicken die Anhänger der Wölfe auf das letzte Aufeinandertreffen der beiden Werksclubs zurück. Mit 4:1 siegten die Wölfe in der BayArena und feierten einen wichtigen Auswärtssieg. Den Sieg damals erarbeitete man sich durch konsequente Defensivarbeit, welche schon beim Pressing von Weghorst begann und einer überragenden Chancenverwertung. Wie schon oben angerissen, könnte Leverkusen noch die Fitness und die Spielpraxis fehlen, auch wenn sie nur einen Neuzugang in ihr Spielsystem integrieren müssen. Der bisher einzige Pflichtspielauftritt im Pokal gegen Norderstedt (7:0) lieferte jedoch nur wenig Argumente für fehlende Spielpraxis oder Fitness Defizite. Schlussendlich lässt sich sagen, dass man am Sonntag ein spannendes Spiel erwarten kann, in dem ein positiver Ausgang für beide Seiten denkbar ist. 

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