20. September 2021

Vorschau: #WOBFCA

Der Verein für Leibesübungen Wolfsburg empfängt am 3. Spieltag (4.10.2020 um 15:30 Uhr) den Fußball-Club Augsburg. Wie beim letzten Aufeinandertreffen (2:1 Sieg aus Sicht der Wolfsburger) wird Heiko Herrlich nicht an der Seitenlinie der Gäste stehen. Ansonsten hat sich einiges getan im Vergleich zur letzten Partie.

Beim FC Augsburg gab es das große „Bäumchen wechsle dich“ mit den Zugängen Robert Gunny, Tobias Strobel, Rafal Gikiewicz und Ex-Wolf Daniel Caliguri, sowie die Leihrückkehrer Mads Pedersen und Michael Gregoritsch. Bei den Abgängen fangen wir auch mit einem ehemaliger Wolfsburger an: Daniel Baier hat seine Karriere mit 36 Jahren und 268 Spielen im Dress der Augsburger beendet. Stephan Lichtensteiner tat es Daniel Baier gleich und hat seine Schuhe an den Nagel gehängt. Des Weiteren hat man Andreas Luthe (Union Berlin), Fabian Giefer (Würzburger Kickers), Phillip Max (PSV Eindhoven), Tim Rieder ( 1.FC Kaiserslautern), Georg Teigl, Tim Jedvaj (Leihende Bayer 04 Leverkusen), Sergio Cordova (Leihe, Arminia Bielefeld), Kevin Danso (nach Leihrückkehr gleich weiter verliehen an Fortuna Düsseldorf), Maurice Malone ( SV Wehen Wiesbaden) und Jozo Stanic (FSV Zwickau) abgegeben.

Mit 7 Testspielen konnte sich die neuformierte Mannschaft gut einspielen ehe die ersten Pflichtspiele anstanden, welche man bis jetzt alle gewonnen hat. Vor allem der 2:0-Erfolg gegen Borussia Dortmund spricht für die bayrischen Schwaben. Ähnlich wie bei Freiburg glänzt Augsburg mit einer hervorragenden Chancenverwertung , gegen den BVB fanden die ersten beiden Torschüsse den Weg ins Tor und auch beim 3:1-Auftaktsieg gegen die Köpenicker von Union Berlin war die Quote auf annähernd ähnlichem Niveau. Die Augsburger spielen ein klassisches 4-4-2 mit zwei sechser, zwei Flügeln und neben einem klassischen Stürme eine falsche Neun / hängende Spitze. Für das Trainerteam um Heiko Herrlich gibt es wenig Anlass auf Rotation, lediglich Vargas könnte nach muskulären Problemen wie gegen Union anstelle von André Hahn auflaufen. Die wichtigste Personalie der Fuggerstädter heißt Rafal Gikiewicz, mit ihm ist die Suche nach einer Nummer 1 im Tor abgeschlossen. Seit dem Abgang von Marvin Hitz gab es bereits einige Anwärter auf die Position, welche eben jetzt von Rafal Gikiewicz besetzt ist. Die übrigen Eigenschaften des Augsburger Spiels sind nahezu deckungsgleich mit denen der Freiburger:

Kompakt und sicher verteidigen – Check

Tief stehen – Check

Effektiv vor dem Tor – Check

Stürmer mit Torgarantie – Check

Einen großen Unterschied gegenüber den Freiburgern gibt es jedoch: bei Augsburg spielen zwei ehemalige Wolfsburger groß auf. Zum einem Daniel Caliguri, welcher gegen Wolfsburg mit 9 Scorerpunkte in 11 Spielen glänzt, und zum anderem Felix Uduokhai, welcher in der noch jungen Saison mit starken Leistungen glänzt. Aus der neuen Saison kann man noch nicht viele Schlüsse ziehen, abgesehen vom kompakten Verteidigen und effektiver Chancenverwertung (die Beschreibung des durchschnittlichen Bundesligisten), aber wir versuchen es trotzdem mal. Auffällig ist der geringe Ballbesitz der Herrlich-Mannschaft, sowohl gegen Berlin (41% Ballbesitz) als auch gegen Dortmund (20% Ballbesitz) hat man dem Gegner den Ball überlassen. Man sieht wo der FCA seine eigenen Stärken sieht, aber man muss sich diesen Luxus auch leisten können. Um sich auf die eigenen Stärken in der Defensiven konzentrieren zu können, ist eine Führung elementar wichtig, ansonsten ergeht es einem wie, um noch mal den Vergleich zu Freiburg zu ziehen, den Freiburgern in der letzten Saison gegen Leverkusen. Des Weiteren soll es nicht als negativ angesehen werden, wenn sich eine Mannschaft auf seine defensiven Stärken verlässt. Ansonsten ergeht es einer Mannschaft gerne mal wie z.B. Paderborn oder Schalke 04, welche sehr hoch verteidigen. Wie es ausgehen kann, wenn man nicht gut steht und hoch verteidigt, haben wir alle am ersten Spieltag in München gesehen. Die Ergebnisse von Freiburg und Augsburg in der letzten Saison unterstreichen nochmal die Vorteile ihrer Spielidee. Des Weiteren beginnt die Defensivarbeit nicht erst in der eigenen Hälfte. Als Beispiel hier ist RB Leipzig unter Ralf Rangnick zu nennen. Die Mannschaft war dann gefährlich, wenn sie in Führung lagen und dem Gegner den Ball überlassen konnten. Leipzig hat den Gegner früh angelaufen und ein hohes Pressing ausgeübt, wenn sie dann den Ball gewinnen konnten ging es meistens sehr schnell über z.B. Werner. Wem solche Ausschweifungen gefallen, dem empfehlen wir unserem Podcast, womit wir auch schon wieder den Bogen zum FC Augsburg geschlagen haben.

Last but not least konnte man erkennen, dass Augsburg eine Zonen-Verteidigung spielt. Augsburg ist eines der Teams in der Bundesliga, welches man als klassisches Mittelfeldteam (mal wieder: ähnlich wie Freiburg) betiteln kann. Um es mal zu verallgemeinern, Topteams knacken die harte Nuss Augsburg und stehen am Ende der Saison über ihnen, während schlechtere Teams die harte Nuss Augsburg nicht knacken und sich hinter ihnen wiederfinden müssen.

Damit kommen wir zu unserem VfL Wolfsburg, welcher am Donnerstagabend den Einzug in die Europa League verpasste. Das Motto für Sonntag muss lauten: Mund abputzen und weitermachen.

Im Vergleich zum Spiel in Athen wird Renato Steffen nicht mit von der Partie sein aufgrund einer Infektion mit dem Corona-Virus. Wir wünschen ihm an dieser Stelle eine schnelle Genesung. Ob Koen Casteels wieder im Tor sehen wird, ist noch nicht abzusehen. Ansonsten kann Glasner, bis auf die Langzeitverletzten, aus dem Vollem schöpfen. Ob die Neuzugänge Baku und Phillip ihr Debüt feiern werden ist fraglich, da beide erst am Samstag zur Mannschaft stoßen werden. Durch den Engpass auf der Rechtsverteidiger-Position und dem Ausfall von Steffen aber durchaus möglich. Grundsätzlich kann man wohl mit der Aufstellung vom Donnerstag rechnen.

Die Gäste werden Wolfsburg den Ball überlassen und damit vor Probleme stellen. In den bisherigen Spielen tat sich die Mannschaft von der Aller schwer etwas mit dem Ball anzustellen. Es fehlt ein kreatives Element und eine klare Spielidee, aber dass ist nichts neues. Wobei genau die Entwicklung einer klaren Spielidee eine sehr schwierige, zeitintensive und langfristige Aufgabe ist. Am Sonntag heißt es mal wieder klassisch: Arbeit, Fußball, Leidenschaft! Das werden die Schlüssel zum Sieg seien.

Was können wir nun am morgigen Nachmittag erwarten?

Ein Spiel wie wir es schon so oft gesehen haben, dass eine Team schiebt den Ball hin und her und die anderen verschieben entsprechend. Für den Erfolg der Wolfsburger darf man sich solche Böcke wie in Athen oder in Freiburg von Weghorst nicht erlauben, da die Augsburger die Qualität besitzen, derartige Fehler eiskalt auszunutzen. Eine frühe Führung für die Wölfe würde sowohl der Mannschaft als auch dem Spiel gut tun, dann wäre Augsburg gezwungen sich aus ihrer defensiven Ausrichtung zu trauen. Wolfsburg ist gegen Topteams stärker, weil diese eher das Spiel gestalten und Wolfsburg nicht allein das Spiel machen muss. Die defensive Stärke wie Augsburg oder zuletzt Freiburg hat Wolfsburg auch, aber der Anspruch ist nicht der Klassenerhalt, sondern das europäische Geschäft. Ein Sieg am Sonntag wäre ein wichtiges Signal der Mannschaft nach dem Misserfolg am Donnerstag. Der VfL Wolfsburg gehört zu Recht zu den Topteams der letzten beiden Spielzeiten, diese Qualitäten muss man wieder abrufen und dann gelingt auch der erste Sieg in der noch jungen Bundesligasaison.

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